

Die Manuelle Medizin (Chirotherapie) behandelt mit den Händen Beschwerden des Bewegungsapparates, die durch Schmerzen und/oder eingeschränkte Beweglichkeit charakterisiert sind.
Oft handelt es sich dabei um funktionelle Störungen im Sinne einer Blockierung (z.B. Hexenschuss), d.h. ohne strukturelle Schäden.
Funktionsstörungen können spontan auftreten oder im Zuge von Fehl- und Überbelastungen, sowie nach Verletzungen und Ruhigstellungen, natürlich auch zusätzlich bei bereits vorhandenen Abnützungserscheinungen (Arthrose).
Die Gelenke (der Wirbelsäule und der Extremitäten), Muskeln und Faszien sind somit die Zielpunkte der Manuellen Medizin. Dabei kommen Weichteiltechniken (Druckpunkttechniken, myofasziale Behandlungen), Mobilisationen (feine langsame Bewegungen) und als Königsdisziplin Manipulationen (schnelle kurze Bewegungen) zur Anwendung.
Akute Beschwerden können sich häufig bereits nach 1-3 Anwendungen bessern.
Chronische Beschwerden verlangen in der Regel, dass an mehreren Stellen Hand angelegt wird, um die komplexen Verkettungen zu behandeln, die die Grundlage dafür sind, das sich lokale Ursachen auch auf weit entfernt liegende Teile des Bewegungsapparates auswirken können.
Liegt hingegen eine Überbeweglichkeit oder gar Instabilität vor, bedarf es gezielter Kräftigungsübungen der tiefen Haltemuskulatur, die vom Patienten regelmäßig über Monate durchgeführt werden müssen.
Es gibt einige Kontraindikationen, beim Vorliegen welcher die Manuelle Medizin nicht angewendet werden sollte (zumindest gewisse Techniken), so z.B. Gefäßmissbildungen, entzündliche und degenerative Prozesse im Anwendungsgebiet, Bandscheibenvorfälle mit neurologischen Ausfällen und akute Gelenkentzündungen.